Ihre größten Leistungen stehen nicht auf der Score-Karte

Fairways
, September/Oktober 2011

Aus den Profiler-Übungen der letzten beiden Ausgaben haben sich bei meinen Lesern viele Fragen ergeben. Einige davon beantworte ich in dieser Ausgabe der Fairways. Wie trainiere ich mit Metronom? Was tun, wenn die Motivation nachlässt? Warum zu große Erwartungen schädlich und niedrige Erwartungen durchaus förderlich sein können.

Im Mai und im Juli ermunterte ich Sie, sich einmal als „Mental-Profiler“ zu betätigen: Dazu legte ich Ihnen nahe, ein Mental-Tagebuch zu führen, um Ihre Erlebnisse auf der Golfrunde in den Kategorien Ergebnisse, äußere Umstände, innere Werte und Kommentare festzuhalten.

Letztes Mal haben wir uns insbesondere damit beschäftigt, wie Sie diese „Telemetrie-Daten“ sinnvoll auswerten können. Dabei ging es darum, ähnlich wie ein Polizei-Profiler Verhaltensmuster zu identifizieren: Wie stehen Ihre Spielergebnisse mit den äußeren Umständen und Ihrem Befinden in Relation? Unter welchen Voraussetzungen spielen Sie Ihr bestes Golf? In welchen Situationen können Sie sich aus Tiefs herausziehen und wann nicht?

Ich hatte Sie aufgefordert, mir Ihre Profiling-Ergebnisse zuzumailen, damit wir gemeinsam erarbeiten, welche Schlussfolgerungen Sie daraus für Ihr Golfspiel und Ihr mentales Training ziehen können. Auch diesmal erreichten mich zahlreiche Zuschriften, mit einigen von Ihnen habe ich zwischenzeitlich auch schon auf dem Platz oder der Range gearbeitet. Hier nun eine kleine Auswahl.

Ich habe Ihren Tipp, meine optimale Geschwindigkeit mit Hilfe eines Metronoms zu finden, befolgt und dabei festgestellt, dass ich in kritischen Situationen immer in Hektik verfalle.

Das ist sehr typisch, und es gibt viele mögliche Gründe, warum Sie so reagieren. Wollen Sie schnell vorankommen, um misslungene Schläge wortwörtlich schneller hinter sich zu lassen? Grundsätzlich eine gute Absicht, sie birgt allerdings die Gefahr in sich, dass Sie die negative Erfahrung nur verdrängen, sie jedoch nicht verarbeiten. Überlegen Sie nach schlechten Schlägen daher gleich an Ort und Stelle: Was war trotzdem gut? (Sehr wichtige Frage! Und da gibt es immer irgendetwas!) Was ist schiefgelaufen? (Bitte eine sachliche Antwort, wie ein Trainer sie Ihnen geben würde) Woran lag es? Was kann ich beim nächsten besser machen? Was lag leider außerhalb meines Einflussbereichs? Wenn Sie diese Fragen für sich beantwortet haben, verlassen Sie den Ort des Geschehens und denken ganz bewusst nach vorne.

Vielen meiner Klienten hilft es auch, sich einen bestimmten Satz oder ein bestimmtes Wort zu sagen, um ihre Hektik abzulegen. Eine meiner jüngeren Spielerinnen sagt in solchen Situationen immer „Chill-out-Run-de“ vor sich hin, wobei jede Silbe einem Schritt entspricht. Wenn Sie von Ihrem Metronom her wissen, was Ihre optimale Geschwindigkeit für den Schlag ist – beispielsweise 54 Schläge pro Minute – dann können Sie sich dieses Tempo auch mittels eines solchen Wortes oder Satzes fest in Ihrem Kopf einprogrammieren. Wenn Sie auch zwischen den Schlägen in diesem Tempo „funktionieren“, dann wird es Ihnen auch am Ball leichter fallen, dieses Tempo zu halten.


Ich merke, dass es mir am Anfang der Runde immer noch recht leicht fällt, mich nach schlechten Schlägen neu zu motivieren. Aber irgendwann gebe ich dann innerlich auf.

Haben Sie Keegan Bradley auf seiner Finalrunde bei den PGA Championships gesehen? Nach einem Triple-Bogey auf der 15 und 5 Schlägen Rückstand kämpfte er sich mit zwei Birdies ins Stechen gegen Jason Dufner und gewann das Major! Ohne einen unbändigen Siegeswillen und die strikte Weigerung aufzugeben hätte er das niemals geschafft. Aus diesem Holz sind Sieger geschnitzt, und das können Sie auch lernen!

Am Anfang einer Runde fällt es Ihnen offenbar leichter, sich vorzustellen, dass Ihr Golf auf den kommenden Löchern noch besser wird. Warum später nicht mehr? Vielleicht, weil sich in Ihrem Kopf im Laufe der Runde zu viele schlechte Schläge eingenistet haben? Aus genau diesem Grund ist es so wichtig, sich auch und vor allem an die guten Schläge zu erinnern, sich auf der Runde gedanklich mit ihnen zu beschäftigen. Und wenn Ihnen heute noch kein guter Schlag gelungen ist, dann bestimmt gestern, vergangene Woche, neulich auf der Range!

Vielleicht lässt die Motivation auch deshalb nach, weil Ihnen mit fortschreitender Runde die Möglichkeiten für einen guten Score davonlaufen? Dann verabschieden Sie sich für diese Runde einmal von Ihrer Überzeugung, nur ein guter Gesamtscore mache eine gute Golfrunde aus! Planen Sie nur noch von Loch zu Loch! Setzen Sie sich völlig neue Ziele, etwa: „Ich möchte ab jetzt nur noch positiv mit mir selbst reden!“ oder „Beim nächsten Schlag denke ich mal nur an meine Schulterdrehung!“

Mit einer Klientin zähle ich momentan auf der Runde nur die guten und sehr guten Schläge, wobei die guten einen Punkt, die sehr guten zwei Punkte zählen. Die schlechten werden überhaupt nicht berücksichtigt. Durch diese Zählweise erkennen wir oft erst, wie viele gute Schläge wir eigentlich im Laufe einer Golfrunde so machen, an die wir uns jedoch nicht erinnern, weil wir sie als selbstverständlich hinnehmen.

 

Wenn es so richtig gut läuft und ich mich vom Handicap her mal deutlich verbessern könnte, dann breche ich sehr oft auf den letzten drei, vier Löchern ein. Wenn es hingegen anfangs schlecht läuft, komme ich häufig gegen Ende der Runde erst so richtig ins Spiel.

In den allermeisten Fällen hängt dieses Phänomen mit unseren eigenen Erwartungen zusammen. Sobald wir erkennen, dass wir heute echt etwas „reißen“ können, steigt der Druck, den wir uns selbst auferlegen. Wir spielen vorsichtiger, um das, was wir schon erreicht haben, nicht auf den letzten Löchern wieder kaputt zu machen. Eine klare „Von… weg…“-Strategie: „Nur bloß keinen Einbruch mehr, wo ich es doch schon fast geschafft habe!“

Gerade in solchen Situationen ist es wichtig, ganz im Hier und Jetzt zu bleiben: Nur der nächste Schlag zählt – nicht das, was ich heute schon alles Tolles geleistet habe, und auch nicht das, womit ich am Ende der Runde belohnt werden könnte. Ihre Aufgabe ist ganz simpel: Ihren Ball von A nach B zu befördern. Konzentrieren Sie sich darauf, den Ballflug vorab zu visualisieren und Ihr Tempo beizubehalten. Erst wenn der Ball dann bei B ist, dürfen Sie überlegen, wie Sie ihn als nächstes nach C befördern!

Wenn die ganze Runde eher bescheiden verläuft, geben wir unsere (zu hohen) Erwartungen häufig frühzeitig auf und können danach dann befreit aufspielen. Möglicherweise hängt das gute Spiel auf den letzten Löchern bei Ihnen auch damit zusammen, dass Sie erst spät in die Gänge kommen. In diesem Fall vermeiden Sie jegliche Hektik vor der Runde und lassen Sie sich genügend Einspielzeit auf der Range. Vielleicht setzen Sie sich zu Beginn der Runde auch mit zu heren Zielsetzungen unnötig unter Druck. Auch hier gilt: Setzen Sie sich Ziele, die Sie auch komplett selbst beeinflussen können. Die Zahlen auf Ihrer Scorekarte gehören ganz sicher nicht dazu – denken Sie mal drüber nach…!

Ich freue mich auch weiterhin auf Ihre Selbstbeobachtungen, die Sie mir bitte an golfmental@properformance.de mailen. In der kommenden Ausgabe werde ich Ihnen auf dieser Basis dann gerne wieder Vorschläge unterbreiten, wie Sie Ihr mentales Spiel optimieren können.

PS: Auch im kommenden Jahr werde ich unter dem Motto „Auf dem Weg zur Spitze“ wieder mentale „Basis-Camps“ anbieten. Dort können Sie an einem Wochenende die wichtigsten Grundtechniken des mentalen Trainings kennen und anwenden lernen. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf meiner Website unter
www.properformance.de/angebot/basis-camp-mentales-training.

Kundenstimmen

Stephanie Kiefer
Captain
GLC Kronberg
"An nur einem Nachmittag haben wir einen Überblick erhalten und gleichzeitig konkrete Techniken kennengelernt. Vielen Dank für den Input!"
Andreas E. Kaehmer
Symantec
Deutschland
"Ihre besonders ergebnisorientierte sowie beeindruckend professionelle Gestaltung der Trainingseinheit hat mich gefesselt!"
Benjamin Schlichting
PGA-Professional
GC Hummelbachaue
"Mit Harald als Mental-Coach habe ich zwei Highlights meiner Karriere erreicht: Eine 62er-Runde und ein Sieg auf der EPD-Tour!"
Katrin Graf
Golf- & Landclub
Kronberg
"Ich habe von Harald gelernt, meine Schläge zu visualisieren und zu fokussieren, so dass ich mich nicht mehr durch negative Gedanken beeinflussen lasse."
Stephanie Kiefer
Captain
GLC Kronberg
"An nur einem Nachmittag haben wir einen Überblick erhalten und gleichzeitig konkrete Techniken kennengelernt. Vielen Dank für den Input!"
Foto: A. Philipp
Manuel Kempe
PGA Professional
"Harry, vielen Dank für Deine Unterstützung auf der EPD-Tour, der Challenge Tour und bei den BMW International Open 2007!"
Bernd Bilek
Aschheim
"In einer angenehmen Atmosphäre trainiert es sich gut - super!"
Benjamin Schlichting
PGA-Professional
GC Hummelbachaue
"Mit Harald als Mental-Coach habe ich zwei Highlights meiner Karriere erreicht: Eine 62er-Runde und ein Sieg auf der EPD-Tour!"
Foto: A. Philipp
Denise Kalek
Bundesliga-Spielerin
"Nach dem Coaching mit Harald habe ich schnell mehr Sicherheit im kurzen Spiel bekommen!"
Chira Hartwig
Golf-Hessenmeisterin 2010
"Mit deinen Tipps und Tricks bist Du mir eine große Hilfe und tolle Unterstützung. Danke, dass Du immer für mich da bist!"
Katrin Graf
Golf- & Landclub
Kronberg
"Ich habe von Harald gelernt, meine Schläge zu visualisieren und zu fokussieren, so dass ich mich nicht mehr durch negative Gedanken beeinflussen lasse."
Marco dei Cas
Zürich, Schweiz
"Ein sehr gutes Training, interessant gestaltet und sehr kurzweilig. Ich habe enorm davon profitiert."
Foto: A. Philipp
Denise Kalek
Bundesliga-Spielerin
"Nach dem Coaching mit Harald habe ich schnell mehr Sicherheit im kurzen Spiel bekommen!"
Tarik Panitz
Golf-Professional
"Haralds Tipps geben meinem Spiel und dem meiner Schüler nachhaltig mehr Sicherheit."
Chira Hartwig
Golf-Hessenmeisterin 2010
"Mit deinen Tipps und Tricks bist Du mir eine große Hilfe und tolle Unterstützung. Danke, dass Du immer für mich da bist!"
Daniel Bachofen
Zürich,
Schweiz
"Ich habe mich sehr wohl gefühlt! Das Training war professionell und hilfreich!"
Foto: A. Philipp
Manuel Kempe
PGA Professional
"Harry, vielen Dank für Deine Unterstützung auf der EPD-Tour, der Challenge Tour und bei den BMW International Open 2007!"
Martin Stoll
GC Main-Taunus
"Deutlichste Veränderung: Die Spieler gehen bewusster mit Situationen um, die eine mentale Komponente besitzen."
Tarik Panitz
Golf-Professional
"Haralds Tipps geben meinem Spiel und dem meiner Schüler nachhaltig mehr Sicherheit."
Martin Stoll
GC Main-Taunus
"Deutlichste Veränderung: Die Spieler gehen bewusster mit Situationen um, die eine mentale Komponente besitzen."
Christiane
Dellmann Walther
Zürich, Schweiz
"Ich bin eigentlich kein Einsen-Verteiler, aber das Training war wirklich sehr gut!"